Kennen Sie auch diese Menschen, die ständig auf den Feierabend, das nächste Wochenende, den nächsten Feiertag, den nächsten Urlaub hin fiebern? Die auf ein bisschen mehr selbstbestimmtes Leben abseits der Arbeit warten? Schwer gestresst, „Flasche leer“, der Docht brennt an beiden Enden (oder schon gar nicht mehr) und die kleinsten Ärgernisse werden zu riesigen, gar nervenraubenden Problemen.
Die vernunftbetäubende Devise: hart sein, aushalten, hoffen, dass medikamentöse und betäubungsdienliche Hilfsmittel den seelischen oder körperlichen Kollaps noch eine Zeit vor der Tür halten. Wenigstens bis zum nächsten Urlaub. Falls wir den ratenweisen Selbstmord bis dahin noch ertragen können. Ich höre schon manchen Rücken unter der Last ächzen.
Wie wäre es, wenn wir uns angewöhnen könnten, in solchermaßen belastenden Situationen jeweils eine kleine Frage zu stellen: „Was können wir jetzt tun, damit es uns SOFORT (mindestens ein bisschen) besser geht?„
Es geht nicht darum, immer und sofort 100 % Lösungen parat zu haben. Alles oder gar nichts ist keine gesunde und für uns förderliche Einstellung. Der Chef oder der Partner wird sich nicht von jetzt auf gleich ändern, die Arbeit verschwindet selten wie von Zauberhand vom Schreibtisch und der Kunde hat halt eher seine Probleme im Fokus als unsere. So wie kein Fisch ohne Gräten ist, gibt es keinen Menschen und keine Lösung ohne jegliche Mängel oder „Verbesserungspotenziale“. Wer darauf wartet, dass die perfekte Lösung um die nächste Ecke gekrabbelt kommt, wartet eben mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit auf die nächste Auszeit und leidet weiter. Oder kollabiert vor der erhofften Pause. Oder in der Pause. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die zu Anfang des großen Jahresurlaubs regelmäßig erst mal krank werden, sind Sie hochgradig gefährdet, Ihre Selbstausbeutung zu weit zu treiben.
Jedes Prozent Verbesserung mit einem angemessenen Aufwand zählt.
Ja nun, werden Sie jetzt vielleicht denken, was ist das denn wieder für ein abgedrehter Quatsch? Und da simmer widder! Uns über Meinungen auseinanderzusetzen. Statt es zu lassen und einfach zuzuhören.
Wasser ist nass, Knüppel auf den Kopf gibt ’ne Beule, 100 Euro sind 100 Euro – das sind faktische Realitäten, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.
Aber ob der Chef Recht hat oder keine Ahnung vom Alltagsgeschäft, der Kollege arrogant ist oder einfach nur introvertiert, die Kollegin eine dumme Gans oder nur konzentriert auf ihre Aufgabe, der Kunde zu anstrengend ist oder berechtigte Wünsche hat, die Krawatte chic oder zu auffällig ist … alles Geschmacksfragen, keine Realität sondern individuelle Wirklichkeit, subjektive Wahrnehmung über die sich ein Diskurs nicht lohnt. Immer wenn Menschen sich deswegen in die Haare geraten, ist die Frage nicht: „Wer hat recht?“, sondern: „Wie lange wollen die Beteiligten diese hoch interessante, zu absolut nichts führende Diskussion noch betreiben?“.
„Erfahrung ist die Ursache, die Welt die Folge.“
Grundprinzip des Konstruktivismus nach H. von Foersters
Verehrte LeserInnen, vielen Dank für Ihr Interesse an diesem Artikel, der Inhalt ist mittlerweile eingeflossen in das 5.te Buch der Hirnschrittmacher-Reihe:
„DIE DIENSTLEISTUNG FÜHRUNG – der Mitarbeiter als Kunde! Handbuch für Führungsdienstleister“, das Sie hier als E-Book oder Print-Version erwerben können.
Kurzbeschreibung
Führung ist eine Dienstleistung. Wenn sich diese nicht am Bedarf und Nutzen unserer Mitarbeiter orientiert, werden sie sich nicht von uns führen lassen. Lesen Sie, wie Führung mitarbeiterbezogen, bedarfsgerecht und nützlich gestaltet werden kann.
Hintergründe und Konkretisierungen zum besseren Führungsverständnis, sowie 35 Vorbereitungs-, Vorgehens- und Gesprächsleitfäden!
So geht “Motivation” am einfachsten – die Erreichung der Ziele des Unternehmens wird der Weg zum Erreichen der Mitarbeiterziele.
Dieses Buch besteht aus
- der Einleitung,
- dem Inhaltsverzeichnis,
- einem Leitfädenverzeichnis,
- 6 Hauptteilen
Teil 1 – Grundlagen der Führung
Teil 2 – Die Rahmen für Führung
Teil 3 – Motive und Motivation und unsere Dienstleistung
Teil 4 – Instrumente und Ideen der Führung
Teil 5 – Arbeitsorganisation
Teil 6 – Special Interest mit insgesamt - 43 Kapiteln,
- einigen Unterkapiteln,
- 35 Leitfäden und
- einer (nicht ganz ernst gemeinten) Zusammenfassung.
Der Rest ist Impressum, ein paar Worte zur Hirnschrittmacher-Reihe, der Vorstellung des Autors und Werbung für die anderen Werke des Schreibers.
Sie können in der E-Book-Version aus dem Inhaltsverzeichnis und aus dem Leitfädenverzeichnis zu jedem Themenpunkt und Leitfaden springen, sowie am Ende jedes Kapitels zurück zum Inhaltsverzeichnis.
Der Themenschwerpunkt liegt auf der Kundenbeziehung der Führungsverantwortlichen zu den eigenen Mitarbeitern.
Nur angerissen werden hier die eher technischen Aspekte von Führung wie z.B. die persönliche Arbeitsorganisation der Führungskraft.
Wollen wir, was wir sollen oder lassen wir es sein? Flow, aus dem Engl. „fließen, rinnen, strömen“, ist heute auch die Bezeichnung für einen Zustand, bei dem ein Mensch vollkommen in einer Tätigkeit aufgeht, so dass er Zeit und Raum „vergisst“. Flow tritt auf in einem schmalen Band der An- und Herausforderung (Anreiz und Konzentrationsbedarf) zwischen den Bereichen der Unterforderung (Langeweile) und Überforderung (Angst).
Beide, sowohl die Überforderung als auch die Unterforderung, können Impotenz auslösen. Impotenz kommt vom lat. potens, mächtig, vermögend, mit verneinender Vorsilbe, es geht also dabei um Unvermögen und Machtlosigkeit auf Grund von Über- oder Unterforderung (manchmal auch durch körperliche Gebrechen). Wir kennen das nicht nur aus dem privaten, sondern ebenfalls aus dem beruflichen Umfeld.
„Elevator-Pitch“ bedeutet auf Deutsch in etwa „Aufzugspräsentation“ und ist eine Kurzpräsentation zu Akquisezwecken für die Dauer einer Aufzugsfahrt, also normalerweise bis zu 30 Sekunden (höhere Gebäude gibt es hier nicht so häufig), aber bis max. 1 Minute geht das wohl noch als „E.-P.“ durch.
Die Situation, bei der wir uns einen „Elevator-Pitch“ vorstellen können, ist folgende: Wir treffen vor/in einem Aufzug mit dem/der interessantesten Business(wo)man unserer Stadt zusammen, an die/den wir sonst nicht so leicht drangekommen wären. Wir haben nur kurz, nämlich während der Fahrstuhl sich in Bewegung setzt bis kurz nach dem Aussteigen Zeit, dass Interesse des Gegenübers zu wecken um zu einem Telefonat und/oder zu einer Terminvereinbarung zu gelangen.
Entstanden ist der „E.-P.“ angeblich aus der Situation heraus, dass Angestellte einer großer Firma, die ihre eigenen, guten Ideen nicht so leicht dem obersten Boss vortragen konnten, stundenlang Aufzug fuhren, um den/die Top-Entscheider „zufällig“ persönlich dort zu treffen und ihre Idee zu „verkaufen“.
Diese kurze „Verkaufspräsentation“ unserer Person, Dienstleistung, unseres Produktes oder einer Idee kann ganz oder auszugsweise auch in vielen anderen Situationen hilfreich sein: Bei einer Vorstellungsrunde, einer Messe, beim Besuch geschäftlicher oder privater Veranstaltungen, bei interessanten Zufallsbekanntschaften im Zug oder am Flughafen, am Telefon, bei einer Messe und wirklich zu jeder Gelegenheit, bei der wir mit der Frage: „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ konfrontiert werden.
Als eifriger Leser meines Blogs wissen Sie, dass die Wortherkunft und Wortgeschichte eines meiner Steckenpferde ist, dass ich gerne auch hier satteln und reiten möchte. Das Wort „Konsequenz“ kommt von dem lateinischen Wort „consequi“, was so viel bedeutet wie folgen, nachfolgen oder folgerichtig im Sinne eines Wertes, Zieles oder gewünschten Resultats.
Konsequent zu sein bedeutet demnach in meinem Verständnis Klarheit, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit in unserem Verhalten und unserer Kommunikation. Ebenso ist diese Art von Konsequenz ein klares JA zu Werten und Verantwortungen, zum Menschen, zu wirtschaftlichem Handeln und zu Zielen. Und dies, ohne Prinzipien zu reiten oder Menschen zu einem reinen Produktionsfaktor zu degradieren.
Oft geht es nicht darum, schnellere Entscheidungen zu treffen, sondern bessere. Das Bessere ist der natürliche Feind des Guten. Zurückliegender Erfolg kann für den zukünftigen Erfolg sogar gefährlich sein. Ein arabisches Sprichwort sagt: „30 Jahre Sonne machen eine Wüste.“ Geht es einem Menschen / Unternehmen zu lange zu gut, verhindert dies oft die Anpassungsfähigkeit und schwächt die Motivation zu Veränderungen. Nur – keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung – alles beim Alten zu lassen.
Nehmen wir einen bestimmtes Jobangebot an? Gehen wir ins Ausland? Nehmen wir das höhere Gehalt oder den freundlicher und kompetenter wirkenden zukünftigen Chef? Wagen wir die Selbstständigkeit oder entscheiden wir uns für ein Anstellungsverhältnis? Lancieren wir ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung? Ziehen wir mit unserer Liebe zusammen? Wollen wir (noch ein) Kind? Heiraten wir? Geben wir für unseren Partner Ausbildung oder Stelle auf? Wie legen wir unser Geld an? Wie sorgen wir heute für unser Alter vor?
Dies sind alles Beispiele für Entscheidungssituationen mit großer Reichweite, die nur einmalig oder mit wenigen Wiederholungen im Leben eines Menschen vorkommen. Hier ist der bewusste Einsatz des Denkorgans die erste Wahl in Kombination mit intuitiven Elementen.
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Der Fahrstuhl – Ort der gemischten Gefühle und Versuchskäfig, um Instinkte, Reflexe und Sozialhierarchien live zu erleben. Mancher leidet dort unter zu wenig Distanz, bizarren Körperausdünstungen und hollywoodesken Assoziationen von steckenbleibenden Aufzügen.
Auch ohne innere Bilder von schreienden, im freien Fall unaufhaltsam nach unten stürzenden Menschen in einem Lift, gibt vielen bereits die nicht mögliche Einhaltung der gesellschaftlichen Distanzzone (1-2m) bei Fremden, oder der persönlichen Distanzzone (1m) mit Fremden oder entfernten Bekannten im Gespräch ein ungutes Gefühl. Regelrechte Beklemmung setzt dann bei etlichen ZeitgenossInnen ein, wenn in vollen Fahrstühlen sogar die intime Distanzzone (ca. 50 cm) nicht eingehalten werden kann. Generell gilt wohl: Je kürzer die Aufzugfahrt, je weniger Personen im Aufzug und je mehr davon wohlgesonnene, bekannte Menschen, desto ein besseres Gefühl haben die meisten von uns. Das verbreitete „Unwohlsein“ hat zwar durch die vermehrte Nutzung der Treppen durchaus gesundheitsförderliche Aspekte, allerdings kann uns das eigene Unbehagen um interessante Beobachtungen bringen:
So gut wie alle MitfahrerInnen stehen mit dem Gesicht Richtung Fahrstuhltür. Ältere Männer stehen zumeist … Weiterlesen …
In Zeiten von Fazebuck sollte die Frage erlaubt und wichtig sein, was einen Freund, eine Freundin ausmacht, wie Freundschaften entstehen und gepflegt werden sollten, was sie häufig beendet. Jugendliche haben im Schnitt 270 Fazebuckfreunde, was jedoch nichts daran ändert, dass die meisten Menschen 1 bis 2 „beste“ Freunde und höchstens 5 „enge“ Freunde haben. Als „beste“ Freunde kommen dabei nur Menschen in Frage, die uns in unserer Identität, unserem Selbstbild und unseren zentralen Rollen anerkennen und bestätigen. Offenbar wählen wir unsere Freunde nicht danach aus, wie toll sie sind, sondern weil sie uns das Gefühl geben, toll zu sein. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Uni Chemnitz kommt im Schnitt sogar nur auf knapp 3 Kontaktpersonen, mit denen wir persönliche Gedanken und Gefühle teilen.
Dauerhafte Freundschaften sind zwischen Angehörigen des gleichen Geschlechts und der gleichen Ethnie wahrscheinlicher, als wenn sich diese Punkte unterscheiden. Frauen erwarten von Freundschaften zumeist mehr Intimität und entwickeln ein engeres Vertrauensverhältnis. „Typisch“ weiblich sind demnach Face-to-Face-Freundschaften bei denen der persönliche Austausch und die emotionale Unterstützung im Zentrum stehen. Männer dagegen …
Dass der komplette Hirntod nicht zwangsläufig zum Ableben führen muss, dafür gibt es genug „walking dead“-Beispiele. So manches Meeting gleicht denn auch mehr einem Zombieflashmob als einer Arbeitssitzung zur Problemlösung und Entscheidungsfindung. Ganz ohne den Einsatz höherer Hirnregionen toben sich halt nur Instinkte und Reflexe aus, die auf Selbsterhaltung und egozentrische, kurzfristige Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet sind. Das Hirn in Entscheidungsprozesse einzubinden, ist also nicht grundsätzlich schädlich. Was ist vorzuziehen: bewusstes Nachdenken und Abwägen oder intuitive, spontane Verarbeitung von Informationen vor dem Entscheid? (* bewussten)
Dieser Artikel ist der Teil 3 zu: Trottelfalle: Wahrscheinlichkeitseinschätzungen und Kontrollillusion
„Unsere Mitarbeiter müssen sich mehr mit dem Unternehmen identifizieren“, hört man immer wieder Führungskräfte schwafeln, einfordern und einen scheinbaren Mangel beklagen.
Ich persönlich halte das für einen kompletten Quatsch und sogar für gefährlich. Warum?
Der Begriff der Identität stammt aus dem lat. und meint „der-, oder dasselbe“ (Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache). „Als Relation bedeutet es die völlige Übereinstimmung“ (Wikipedia). Die Definition von Identifikation ist demnach der vollendete Prozess der „Verschmelzung mit einer Sache, Person oder Idee“.
Was sind mögliche Konsequenzen einer „Verschmelzung“ mit einer Sache, Meinungen, Ideen oder Rollen und Personen? Weiterlesen …









