Ver-antwort-ung – was sagt uns der Begriff? Da ist jemand, der Antworten geben soll, in der Regel dann, wenn es „nicht so läuft wie gewünscht“. Verantwortung haben wir im beruflichen Kontext gegenüber einer vorgesetzten Stelle oder im Beruf und im Privaten auch selbst übernommen für Werte, Ziele oder Bezugspersonen oder -gruppen, die uns wichtig sind. Verantwortung zu übernehmen bedeutet, Konsequenzen zu tragen, wenn sie nicht erfüllt wird.
Unsere Erwartungen können generell in drei Kategorien eingeteilt werden –
nice to – Wünsche, die sozusagen die Sahne auf dem Kuchen wären.
Da können wir immer verhandeln oder sogar verzichten
wish to – Wünsche, die uns ein Anliegen sind, aber nicht unabdingbar.
Hier gibt es Verhandlungsspielraum oder
need to – Erwartungen, die für uns Prinzipien oder Mindestanforderungen darstellen,
entweder so oder nicht.
Wenn wir bei unseren Prinzipien Kompromisse eingehen, verlieren wir uns selbst. Das Selbstwertgefühl leidet, wir verbiegen unsere Identität. Weiterlesen …
Dieses biblische Zitat ist, wie vieles in der Bibel, nicht wörtlich zu verstehen und wäre sonst auch kompletter Unsinn. Es ist das Hirn, dessen Funktionsweise als Träger von Geist und Wille besonderen Regeln unterworfen ist und damit Lernprozesse im Verhaltensbereich so anspruchsvoll macht. Die Veränderung von Gewohnheiten gehört sicher zu den schwierigsten Aufgaben für uns Menschen. Gerne schiebe ich deshalb diesen Artikel auf Wunsch eines Lesers dieses Blogs ein.
Zuerst einmal – wir machen Erfahrungen, aber die Erfahrungen machen auch uns. Jede Gewohnheit, die wir ausgebildet haben, war irgendwann, in irgendeinem Umfeld hilfreich und nützlich – sonst hätten wir sie uns nicht angewöhnt. Wenn sich dann unsere Einstellung, unsere Ziele, unsere Rolle oder unser Umfeld* verändern, braucht es eben oft ein anderes, neues Verhalten.
Verhaltenslernen vollzieht sich in 4 Schritten:
Wir sollten damit beginnen, uns unsere Erwartungen an andere bewusst machen und konkretisieren – und uns auch überlegen, was wir bereit sind zu investieren, damit diese Erwartungen erfüllt werden. Das sollte in jeder Partnerschaft und bei länger andauernden Aktivitäten geschehen, gleich oder es um die Erwartungen des Vorgesetzten sowie Mitarbeiters an die Arbeitsbeziehung, des Beraters sowie des Kunden an eine Zusammenarbeit oder die Erwartungen von Paaren an das Zusammenleben betrifft. Ein Gespräch über unsere Erwartungen an gemeinsame Aktivitäten können wir auch mit unseren Freunden, Vereinskameraden, Handwerkern oder Ärzten führen.
Solange wir etwas gerne tun, ist es kein Problem – freundlich zu sein bedeutet ja auch, hilfsbereit, tolerant und für andere da zu sein. Die Grenze ist dort, wo das Geben nicht mehr gerne getan wird, wo es aufhört, Spaß zu machen, wo wir uns ausgenutzt fühlen.
Ich sehe vor allem zwei Gründe, warum es vielen schwer fällt Negatives anzusprechen, Grenzen zu ziehen, „Nein“ zu sagen. Erstens ist da der Wunsch gemocht zu werden und die Angst, abgelehnt zu werden, wenn wir Nein-sagen, Grenzen ziehen. Zweitens lernen viele nicht, wie sie praktisch und sozialadäquat „Farbe bekennen können“, selbst wenn sie es im Einzelfall tun würden wollten.

Der Grundstein dafür, dass Menschen zu nett sind, wird häufig schon in der Erziehung gelegt. Vielleicht kennen Sie diesen kurzen Dialog: Therapeut – „Hatten Sie eine Kindheit?“ Klient – „Ja.“ Therapeut (schüttelt den Kopf und zieht die Augenbrauen zusammen) -„Ohhhh … “ Weiterlesen …
Ich habe nie richtig angefangen und nie richtig aufgehört, nett zu sein. Mir wurde sehr früh klar, dass „nett“ eine Einladung an alle anderen ist und, in der Wahrnehmung einiger Menschen, sogar eine Aufforderung, den „netten Menschen“ auszunutzen. Mir fiel es anfangs schwer, die Grenze zu ziehen – wo hört Freundlichkeit auf und wo fängt Nettigkeit an. Auch heute noch gibt es Rückfälle und Zweifelsfälle. Ich bin nicht der brennende Busch und einiges davon entfernt, zu hundert Prozent konsequent zu sein. Aber mit jedem Zuwachs an Konsequenz wird das Leben klarer, einfacher und erfreulicher für alle Beteiligten – zumindest mittel- und langfristig, kurzfristig sieht es das manchmal anders aus.
Nettigkeit qualifiziert Menschen in hohem Maße dazu, ausgenutzt zu werden. Und dabei auch noch Schuldgefühle zu entwickeln, weil sich viele zwar auch über die Ausnutzung, im Grunde genommen aber noch mehr über sich selbst ärgern. Darüber, dass sie es nicht fertig bringen, klar „Nein“ dazu zu sagen. Mit fatalen Konsequenzen – ein Partner, eine Führungskraft, ein Verkäufer oder auch ein Mitarbeiter, welche aus lauter Nettigkeit zu lange ihren Ärger in sich hineinfressen, erreichen irgendwann den Punkt, an dem sie explodieren. Oder implodieren.
Höf-lichkeit ist die Zusammenfassung von formellen Verhaltensregeln, die ursprünglich vom Hofe kamen. Da gibt es Regeln, die als historisch anzusehen sind, aber immer noch gelten. Zum Beispiel das Anstoßen der Gläser beim zuprosten. Entstanden ist das in einer Zeit, in der man als „Gast“ noch mit einem vergifteten Trunk rechnen musste, damit der Gastgeber sich die Burg, Gattin oder Ländereien des plötzlich Verblichenen unter den Nagel reißen oder eine Erbfolge neu regeln konnte. Zu der Zeit wurde so heftig angestoßen, dass das Getränk hinüber und herüber schwappte – um sicher sein zu können, dass kein Gift im Trank war, denn sonst wäre der Gastgeber ja auch gestorben. Daher kommt übrigens die auch heute noch manchmal gehörte Regel, nur mit gleichen Getränken anzustoßen. Früher war das klar, hätte eine schöne Sauerei gegeben, heute wäre es problemlos möglich. Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.
… ich möchte dem geneigten Leser in diesem Blog Denkanstöße geben, seine Einstellung, sein Verhalten und seine Kommunikation zu entwickeln.
Der Name des Blogs „Hirnschrittmacher“ soll auch provozieren, vor allem diejenigen der Leser, die mit zu viel Nettigkeit und Hemmungen ausgestattet sind, um ihre Interessen wirkungsvoll anzusprechen und zu vertreten. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass nette Formulierungen bei netten Menschen nichts bewegen. Erst die Provokation, das Ausbrechen aus dem Einheitsbrei der Nettigkeit, bietet die Chance auf Reflektion und Veränderung. Man muss einen gutmütigen Ochsen schon heftig ins Horn kneifen, bis man auf den Nerv kommt. 😉Manch einer wird sagen: Hier wird dem Egoismus das Wort geredet! Meine Antwort: Ja! Egoismus ist für mich kein negativer Begriff. Wenn wir möchten, dass es uns auf Dauer gut geht, sollten wir dafür sorgen, dass es auch unserem Umfeld gut geht, den Menschen, mit denen wir in Kontakt sind, privat wie geschäftlich. Ganz gleich, ob in Führung, Verkauf oder dem täglichen Umgang miteinander. Freundlich ja, aber nicht nett. Alles andere ist in meinen Augen kein wohlverstandener Egoismus, sondern einfach nur rücksichtslose Egozentrik. Die kann zwar auch kurzfristig erfolgreich sein, wenn wir allerdings mehr als einmal mit dem Partner zu tun haben, wird uns mittel- oder langfristig die Rechnung dafür präsentiert. Der kluge Egoist kooperiert – Egozentrik ist der Bruder der Dummheit und Einfalt.
Selbstverständlich wendet sich dieser Blog auch an Mädchen, Frauen und Damen. Bitte sehen Sie es mir nach, wenn wir für einen besseren Rede- und Lesefluss häufig nur die männliche Form verwenden.
Danke sehr, liebe Leserinnen.



