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Vom Segen eines Herzinfarkts

03/05/2018

„Manche Menschen haben die Schicksalsschläge nicht verdient, die sie treffen – weil sie auch dann noch nichts lernen.“

Mein mir angetrautes Weib und ich haben Ende des letzten Jahres eine große Lernchance geschenkt bekommen – ihren Herzinfarkt.

Es ereignete sich gegen 23:30 Uhr am 27.11.2017 in unserer Wohnung auf dem Dorf in Oberbayern. Dies erwähne ich nur, weil überraschender Weise die Ersthelfer nach 3, der Krankenwagen nach 10 und der Notarzt nach 25 Minuten vor Ort war.

Im Krankenhaus wurde dann ein 90 – 95% Verschluss einer Haupt- sowie einer Nebenarterie festgestellt, anschließend zwei Stents gesetzt und zusätzlich eine Diabeteserkrankung diagnostiziert.

Warum haben wir keine Vorzeichen wahrgenommen? Weil das Hirn eine wunderbare Rationalisierungsmaschine ist und mit einer zwei Jahre alten Herzmuskelentzündung, ein wenig Übergewicht und den Wechseljahren ruckzuck Erklärungen gefunden wurden.

Wenn meine Frau, Nichtraucherin, die täglich Bewegung hat und kaum Alkohol zu sich nimmt mit 51 Jahren so etwas trifft, was heißt das dann für mich – 11 Jahre älter, Tabakschnupfer, mäßiger aber regelmäßiger Alkoholkonsum und (seit vor 2 Jahren die Kniegelenke herum zickten) leidenschaftsloser Nichtsportler mit Minimum 15 kg Übergewicht? Wie konnte sich dies auswirken auf die gemeinsame Zeit, die uns hoffentlich noch bleibt?

Veränderung war angesagt. Meine liebe Gattin kam 4 Wochen in Reha, machte dort regelmäßig Sport und lernte, sich diabetisch zu ernähren. Ich habe in dieser Zeit (natürlich auch bedingt durch die Sorgen um die Erkrankung meiner Tochter) weniger gegessen, das Schnupfen drangegeben und komplett auf Alkohol verzichtet.

Als Mona aus der Reha zurückkehrte, hatten wir beide 8 kg abgenommen und sie war deutlich fitter als ihr Mann. Also gemeinsames, (wegen meiner Knie) moderates Sportprogramm. Wir begannen gemeinsam zu Laufen, mehr zu Wandern und Spazieren zu gehen. Mona ernährte sich überwiegend diabetesgerecht und ich machte einfach mal mit. Bislang sind der Februar, März und April ins Land gegangen, wir haben uns langsam von 176 km im ersten Monat über 188 km bis auf aktuell 268 km monatlich (gehen, Wandern, Laufen) gesteigert, haben Ernährung und sehr wenig Genussmittel beibehalten und wiegen jetzt beide 17 kg weniger als zu Beginn der Lernerfahrung.

Die gemeinsamen Touren geben uns viel frische Luft, Naturerlebnis, Energie, ein besseres Körpergefühl und haben uns auch eine neue Lebens- und Paarqualität beschert.

Fazit: Lassen Sie uns Lernchancen nutzen, bevor das Leben Zwangsbelehrungen verteilt! (Und: keep on moving! Sitzen ist das neue Rauchen!)

One Comment
  1. Toll, wie ihr dieses Ereignis zu einem positiven Wendepunkt gemacht habt. Gut, solche Erfahrungsberichte zu hören, es motiviert mich, selbst gesund mit mir umzugehen.

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