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Tattoos, Schönheit und Business

30/01/2013

Tattoo

Tattoos sind IN, viele lassen sich heutzutage tätowieren, weil sie es schön finden oder das gewählte Motiv in ihren Augen die Persönlichkeit unterstreicht. Es gibt allerdings zwei wissenschaftliche Untersuchungen, die zum einen besagen, dass sichtbare Tattoos die Attraktivität der Person in den Augen der meisten Betrachter nicht erhöht und zum anderen die Wirkung der Person im Business verschlechtert.

In einem Versuch 2005 legten Seiter und Hatch rd. 80 Personen Fotos von Frauen und Männern im schwarzen T-Shirts vor, jeweils ohne  und mit (elektronisch eingefügten) Tribal-Tattoo; sie sollten beurteilen, wie attraktiv sie die Personen auf den Fotos fanden. Das Resultat: Es gab keinen Unterschied in der Beurteilung darin, wie anziehend die abgebildeten Personen empfunden wurden, gleich ob mit oder ohne Tattoo.

Die rd. 80 in diesem Test Befragten sollten weiterhin eine Einschätzung abgeben, wie vertrauenswürdig sie die abgebildeten Personen fanden. Hier gab es deutliche Einbußen bei den Glaubwürdigkeitswerten, wenn auf den Fotos das Tattoo zu sehen war.

In einer anderen Befragung aus 2002 zeigten Forscher (Degelman & Price) einer Vielzahl von Studenten entweder das Foto einer jungen Frau ohne Tattoo oder ein Foto der selben jungen Frau mit einem (wieder über ein Bildbearbeitungsprogramm eingefügten) Tattoo.

Die Studenten sollten die junge Frau nach 13 Kriterien beurteilen („in“, sportlich, attraktiv, ehrlich, großzügig, intelligent, geheimnisvoll, etc.). Es stellte sich heraus, dass bezogen auf die Fotos der jungen Frau mit Tattoo, die Einschätzungen in 9 von 13 Wirkungskategorien negativer waren. Merkwürdigerweise auch die Beurteilungen von selber tätowierten Studenten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass, obwohl Tattoos mittlerweile weit verbreitet sind, die Wirkung immer noch geprägt ist von den Randgruppen der Gesellschaft (Sträflinge, Prostituierte, etc.), die früher ausschließlich Tattoos trugen; die Synonyme Knastcomic, Asi-Sticker und Schlampen-Stempel sprechen eine deutliche Sprache.

Zusammengefasst: Eine Tätowierung steigert offenbar die Attraktivität einer Person nicht und sie wird zudem im Schnitt als weniger vertrauenswürdig und intelligent beurteilt.

man with tattoos

Empfehlung: Je nachdem welchen Beruf Sie ausüben (häufige Erstkontakte mit Bedarf an Glaub- und Vertrauenswürdigkeit) sollten Sie es sich gut überlegen, ob Sie den Malus sichtbarer Tattoos in Kauf nehmen wollen – selbst wenn Sie persönlich diese Körperkunst attraktiv und ästhetisch finden.

Die Studien wurden veröffentlicht in „Psychological Reports“, 1. 2002, 90, (2), 507-514, 2. 2005, 96, 1113-1120

4 Kommentare
  1. Lustig, seit ich diesen Artikel geschrieben habe, kreuzen immer wieder neue Allegorien und Metaphern meinen Weg.
    Tattoo > mittlerweile industriell betriebene Art der Zurschaustellung von Masochismus. Arschgeweih, Tussenlenker, Po-casso, Bürzelpalme, tätowieren = Pelle bemalen, Tattoo-Tapete, Steißornament, Knasttränen … Wer weiß noch wasß

  2. Mieps Fieps permalink

    Also, …ich kann verstehen das es in einigen Berufen nicht grade schön anzusehen ist wenn man mit solcher Körperkunst beschmückt ist. Lustiger Weise muss ich dich hier mal bemerken das grade in sozialen Berufen (Altenpflege,Heilerziehung,Pflege) teilweise doch verstärkt Menschen mit Tattoos und Piercings arbeiten, -so habe zumindest ich den Eindruck!

    Ich selber bin Tierarzthelferin, habe bisher 3 Tattoos und das an stellen die man nicht direkt sieht und ja das war so beabsichtigt. Es werden auch nicht meine letzen 3 sein aber ich bin auch tolerant und achte ein wenig auf meinen Beruf und naja… im Service Bereich sind z.B Piercings im Gesicht garnicht gern gesehen ;(

    Ich kenne aber auch Banker und Versichungstypen/ Weiber die auch an verdeckbaren Stellen tattowiert sind… von daher… Meinungsansicht? 😀

  3. Wie Du vollkommen zu Recht angemerkt hast, ist die grundsätzliche Haltung zu Tattoos rein subjektiv, ganz gleich ob die Kunst an der Frau oder dem Mann sichtbar ist oder nicht. Wenn sie allerdings sichtbar sind, erzeugen wir damit Wirkung, ob wir wollen oder nicht. Und wie die Wirkung dann ist, haben wir nicht mehr in der Hand, deswegen fand ich die Untersuchungen interessant. Grüße, Siegbert

  4. RenateD permalink

    Ihre Ausführungen kann ich nur bestätigen. Als Personalverantwortliche stellen sich in letzter Zeit immer häufiger Menschen vor, denen mehr oder weniger gelungene Tattoos aus dem Ärmel oder dem Kragen schauen. Für mich sehr irritierend, weil keinesfalls verschönernd.
    Meiner Meinung nach lässt das auf mangelnde soziale Kompetenz schließen. Schlimm wird es, wenn jemand versucht, das Gekritzel zu erklären……..

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