Motivation – Folge3 – Wie wir uns selbst oder unseren Partnern auf die Schliche kommen …
“Erkenne Dich selbst” und “Nichts im Übermaß”. Dies sind die zwei großen Weisheiten der antiken Philosophie am Eingang des Apollon-Tempels in Delphi, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung für die Menschheit eingebüßt haben.
Griechenland als Wiege unserer Kultur zu schätzen, ist momentan nicht besonders “in”. Dabei ist die “griechische Krankheit” dieselbe wie im Rest der Welt: Politiker, Lobbyisten und Oligarchen, die getrieben von der Gier nach Geld und Macht, unter Einsatz von Täuschung, Betrug und Spekulation die Umverteilung von arm nach reich und von fleißig nach faul vorantreiben. Vermutlich braucht es die Destabilisierung der Verhältnisse, um sich die Welt und deren Menschen untertan machen zu können
Doch dies ist hier nicht unser Thema, sondern die Frage, was wir tun können, um uns selbst besser zu erkennen und, ohne selbstgerecht zu werden, diese Erkenntnisse für uns zu nutzen.
Erste Voraussetzung ist, dass wir ehrlich zu uns sind – da, wo die Selbsterkenntnis das Selbstwertgefühl gefährdet, beginnt oft der Selbstbetrug. Sobald wir uns dazu durchgerungen haben, können wir damit starten, unsere Motivationslage und Persönlichkeitsstruktur zu analysieren.
Unabhängig von dem, wie wir uns sehen, gesehen werden wollen oder sein wollen, zeigen die Resultate der Vergangenheit, wie wir offensichtlich funktionieren. Das Vorgehen ist also ein Reigen von Analysefragen bezogen auf Situationen, die uns Aufschluss geben können, was uns antreibt, wie unsere ergebnisrelevante Persönlichkeitsstruktur ist und wie wir bislang mit Rückschlägen umgegangen sind. Diese Analyse besagt freilich nicht, dass wir die vorhandene Struktur und Motivation nicht ändern können, nur sind grundlegende Veränderungen mit enormen Aufwand verbunden.
Noch 2 Ergänzungen aus der Diskussion mit Lesern und Praxistestern dieser Vorgehensweise:
1. Erst durch mehrere, von Anfang bis Ende durchdeklinierte Beispiele lassen sich Sondereinflüsse von Mustern unterscheiden.
2. Bitte bevorzugen Sie statt Entscheidungen, auf die Sie stolz sind, prozesshaft entstandene Resultate . Letztere geben durch Analyse breiter aufgestellte, praxisrelevante Informationen.
Hier einige Fragen, Analyse Vergangenheit:
Was bedeutet für mich Erfolg? Warum?
Wann fühle ich mich erfolgreich? Warum?
Was waren aus meiner Sicht (Verstand und Gefühl) meine größten Erfolge, beruflich wie privat, zu denen ich persönlich maßgeblich beigetragen habe?
Auf welche Resultate bin ich persönlich besonders stolz? Warum?
Wie sah die Ausgangssituation aus? Wie die Rahmenbedingungen?
Wie bin ich genau vorgegangen? Was hat sich besonders gut angefühlt?
Welche meiner Stärken steckt dahinter?
Was hat mich angetrieben und bei der Stange gehalten?
Welche Rückschläge gab es? Wie bin ich damit umgegangen um sie zu überwinden?
Welche Unterstützung, welche Hilfsmittel, welche Einflüsse waren besonders wichtig?
Welches Verbesserungspotenzial hat sich dort gezeigt?
Wie genau sah das Resultat aus, auf das ich stolz war?
Warum war mir gerade das so wichtig?
Weiterführende Fragen:
Angesichts meiner Werte, Motive, Strukturen, Stärken, Verbesserungspotenziale -
Was kann ich besser als andere?
Welchen Nutzen kann ich damit für alle Beteiligten produzieren?
Was sind meine Visionen, Träume, Wünsche und Ziele?
Was bin ich bereit, dafür zu tun?
Wie organisiere ich mich, damit das Notwendige getan wird?
Welche Unterstützung ist dabei hilfreich?
Wie sieht die konkrete Umsetzungsplanung aus?
Hilfreich ist, nach Möglichkeit die Strukturen wieder herzustellen und die Energiequellen wieder anzuzapfen, die uns nach unserem Bild besonders erfolgreich gemacht haben. Das gleiche gilt selbstredend auch für Partner, die uns wichtig sind.

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