Motivation – Folge1 – bestechen, bedrohen, bestrafen, belobigen
Wir können andere nicht dauerhaft von außen motivieren. Belohnen, belobigen, bestechen, bedrohen und bestrafen (die 5b nach Dr. Reinhard K. Sprenger) nutzen sich erstens ab, führen zweitens zu unerwünschten Konsequenzen und basieren drittens auf einem negativen Menschenbild.
Welche Konsequenzen belohnen und bestechen haben kann, zeigt ein Experiment, bei dem eine Gruppe von Kindern fürs Spielen belohnt, bezahlt wurde. Sobald der Versuchsleiter aus dem Zimmer ging, hörten die Kinder zu spielen auf. Sie hatten “vergessen”, dass ihnen Spielen “eigentlich” Spaß macht. Das Spielen degenerierte zu einem Mittel, um Belohnung abzugreifen. So geht es auch häufig mit Prämien und Incentives für Mitarbeiter. Welche Auswirkungen Lob, Lobhudelei und Schmeichelei haben können, darüber habe ich schon ausführlich geschrieben. Führung über Bedrohung und Bestrafung kann temporär ein Mittel sein, wenn andere Ansätze wie der Appell an die Verantwortung der Person oder die positiven Konsequenzen einer Veränderung zu keinem Ergebnis führen. Dauerhaft ist die Führung über Angst und Druck jedoch keine gute Alternative und führt regelmäßig zu unerwünschten Resultaten wie innere Kündigung, Kündigung, erhöhtem Krankenstand und zunehmendem Aufwand, sich möglichst nicht “erwischen” zu lassen (mehr dazu hier).
Motivation ist abgeleitet von lat. movere, bewegen, anregen, dass Motiv ist der Beweggrund und grundsätzlich verfügt so gut wie jeder Mensch über Motivation, also Triebkraft oder Energie für zielgerichtetes Verhalten. Nur taugt nicht jedes Motiv für den Erfolg in jeder Verantwortung. Den höchsten Wirkungsgrad und die höchste Zufriedenheit erreichen Menschen, wenn Hirn (explizite, rationale, Erkenntnis gesteuerte, bewusste Motive, Sinn), Herz (implizite Motive wie Wohlbefinden, Lust, Spaß an der Sache) und Hand (Fähigkeiten, Anwendungswissen, Fertigkeiten) zusammen wirken. Arbeiten Hirn und Herz nicht zusammen, braucht es ein gerüttelt Maß an Willensstärke und/oder auch Selbstverleugnung, um noch gute Resultate zu erzielen. Es geht also darum, für uns herauszufinden, wo sich explizite, implizite Motive, Anforderungen einer Aufgabe und Fähigkeiten am stärksten treffen. Dies ist auch die große Herausforderung in der Führung bei der Selektion von oder Karriereplanung für Mitarbeiter. Bei vorhandenen Mitarbeitern ist die Aufgabe, sie möglichst an ihren Motiven abzuholen, eine Möglichkeit zur Realisierung zu bieten. In den nächsten Folgen der Reihe möchte ich einige Motivationstheorien beleuchten und Suchhinweise zu Motiven geben.
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